Diese Frühjahr beschlossen wir eine schöne und schotterhaltige Tour an den Gardasee. Der Anstoss hierfür kam von Susanne. Zelten war für die Jahreszeit auch angesagt. Eigentlich sollte ja schönes Wetter sein, aber es kam ein wenig anders.
Der Tourzeitraum war vom 04.Juni 2008 bis zum 08.Juni 2008. Mit dabei waren Susanne (Transalp), Detlef (Transalp) und meine Wenigkeit (Africa Twin). Planung mit dem GPS übernahm Detlef, was für mich Luxus war, denn 80% meiner Touren in die Alpen fahre ich alleine.
Hier die von uns gefahrene Strecke aus den GPS-Trackaufzeichnungen.
gefahrene Kilometer: 1.396 Kilometer
geringste Höhe über NN: 45,3 m
höchste Höhe über NN: 2.612,5 m
Die von uns befahrenen Länder: Deutschland, Schweiz, Österreich, Italien.
Die von uns befahrenen Pässe:
04.Juni 2008
Losenpass 1139m
Hochtannbergpass 1674m
Flexenpass 1785m Arlbergpass 1793m Finstermünzpass 1252m Reschenpass 1519m Umbrailpass 2502m Gaviapass 2618m Tonalepass 1883m Passo Campo Carlo Magno 1681m
07.Juni .2008 Passo di Capocvalle 946m Bocca del Creen 1617m Bocca di Navene 1425m Caval di Novellia 1553m
05.Juni .2008 Passo del Marè 1418m Passo della Spina 1521m Passo della Berga 1500m Passo delle Dosso Alto 1725m
08.Juni .2008 Goletto Gaver 1795m Goletto di Cadino 1938m Passo di Croce Domini 1892m Passo dell'Aprica 1176m Berninapass 2334m Julierpass 2284m
Wer sich jetzt wundert, dass dies nur so wenige Pässe sind, der soll ruhig einmal die gleiche Strecke fahren. Vor allem der Passo d`Ere am 06. Juni 2008 hat es ganz schön in sich. Zumal das Wetter auch zu 70% Regen war.
Tag 1 - Anreise
Morgentlicher Treffpunkt für Detlef und mich war eine Tankstelle in der Nähe von Ravensburg. Stimmung war gut, das Wetter auch. Falls es so blieb würde die Tour ein echtes Vergnügen. Doch leider behielt der Wetterbericht doch Recht.Kurz vor dem Treffpunkt mit Susanne begann es recht feucht von oben zu werden. (Was wir an dieser Stelle noch nicht wussten: Es sollte bis an den Idrosee nur ganz selten wieder aufhören zu regnen)
Unterwegs gab es dann noch einmal für Detlef und mich inen kurzen Adrenalinschub in Form einer Ölspur in einer Kurve. Ein ausbrechendes Heck bei einer vollbeladenen Maschine sorgt für Hektik am Lenker .
Bei Ankunft am Campingplatz "Belvedere " waren wir alle ziemlich durchnässt und die Laune war entsprechend im Keller. Jetzt noch Zelte aufbauen? Never ever.... Detlef überzeugte mich und nach kurzer Zeit konnte man sich eine warme Dusche und ein Abendessen gönnen.
Leider regnete es jede Nacht während unseres Aufenthaltes, wir hatten also Zeit uns an unsere Regenausrüstung zu gewöhnen.
Tag 2 - Naherkundung des Idrosee
Heute stand eine Tour über den Passo della Spina an. Unterwegs wollten wir auch noch die Festungsruine "Forte Cima Ora" besichtigen. Anfahrt über Anfo und dann immer mehr den Berg hinauf.Susanne schaute sich die nähere Umgebung an, also waren wir nur zu zweit unterwegs.
Zur Forte Cima Ora ist der Weg mit einer Schranke versperrt. Diese lässt sich mit dem Motorrad leicht umfahren. Wer dies macht sollte Schottererfahrung besitzen, denn der Weg ist ein Schotterweg mit grobem, losem Schotter. Aber es lohnt sich den Weg zu machen. Wir fuhren bis 50m unterhalb der Festung und legten den restlichen Weg zu Fuß zurück.Das Panorama das sich einem vom Festungsdach aus bietet ist phänomenal.
Anschliessend fuhren wir weiter in Richtung Passo de Maniva. Leider ist dieser immer noch gesperrt. Wir kamen bis direkt an die Stelle des Erdrutsche. Allerdings war hier ein weiterkommen nicht mehr möglich.Also die ganze Strecke wieder zurück.
Tag 3 - Schotterexperience
Denzel-Alpenstraßen-Skala SG 4 - Schwierige und teilweise gefährliche Strecke, erfordert fahrerisches Können über dem Durchschnitt
Fahrbahn: meist einspurig, wenige Ausweichstellen
Belag/Zustand: inhomogen, kaum unterhalten; z.T. grober Schotter, stark ausgewaschen oder -gefahren, Fahrbahn hat u.U. Seitenneigung, ist bei Nässe glitschig (Schlamm, Gras, lehmiger Untergrund), weist evtl. Engstellen durch Vermurung und/oder passierbare Furten auf
Randsicherung: bis auf wenige gefährliche Stellen keine Randsicherung
Streckenführung: sehr enge, nicht ausgebaute Kehren
Steigung: Steigungen über 20% oder über 15% in Höhen über 2000 m
Anforderungen: überdurchschnittliches fahrerisches Können erforderlich!
Motorradklassen: Enduros, Tourer eingeschränkt. Evtl. ausreichend Bodenfreiheit erforderlich, Bereifung mit grobem Profil von Vorteil
Tag 3 bereitete ich anhand meiner GPS-Daten per Palm vor. Laut dieser Daten ist der Passo d`Erè eine normale Straße. An der Abzweigung sah man schon, dass dies ein Schotterweg ist. Egal. Wir verabredeten mit Susanne einen Treffpunkt und machten das wir den Berg hinauf kamen. Die gesamte Sttrecke des Passo d`Ere beläuft sich auf ca. 20 Kilometer. Diese haben es jedoch in sich. Laut Denzel hat der Passo d`Erè einen Schwierigkeitsgrad von 4, also mit schweren Reiseenduros recht heftig. Anderen war der Pass wohl zu langweilig so dass diejenigen es sich mitten im Schotterbett gemütlich machten. Gell Detlef....
Ich war auf jeden Fall geschafft als wir in Tignale Susanne wieder trafen. Was allerdings herrlich war, wir haben auf den gesamten 20 Kilometern nur eine handvoll überraschter Mountainbiker getroffen.
Dann ging es via Riva zurück zum Campngplatz.
Tag 4 - Gardasse
Wir wollten es gemütlicher angehen lassen und so fuhren wir in der Gruppe an den Gardasee. Gönnten uns in Riva ein Eis und erkundeten dann die Gegend am Monte Baldo. Zum ersten mal wurden wir auch nur angetropft.
Wir schafften es tatsächlich vor dem Regen her zu fahren. Sogar auf der Fähre war das Wetter noch schön und warm.
Tag 5 - Rückreise
Abgebaut wurde bei trockener Witterung. Allerdings wurden wir auf der Rückfahrt wieder Nass und auf dem Berninapass war es noch saukalt.
Beim Zwischenstopp in St. Moritz konnten wir uns in der Sonne dann nochmals aufwärmen bevor wir die letzte Etappe in Angriff nahmen. Alles in allem verlief die Rückfahrt auch ohne größere Probleme.
Fazit
Die Tour war genial. Nur das Opfer an den Wettergott muß wohl das nächste Mal ein wenig großzügiger ausfallen. Dafür haben wir jetzt Fahrpraxis bei Nässe, dass es für die kommenden Jahre reicht. Allerdings merkt man dies auch bei der allgemeinen Fahrpraxis.
Zu empfehlen ist der Campingplatz "Belvedere". Abgesehen davon, dass wir beinahe die einzigen waren die auf dem Platz zelteten (an dieser Stelle Grüße an Marina & Mike), war es immer sehr nett vom Besitzer das wir unsere Motorradklamotten im Speiseraum trocknen konnten.
Nur das Material hat auf dieser Tour gelitten (40% Reifenverschleiß und die Kette ist auch verschliessen). Aufgrund des Regens werde ich mir eine neue Regenhose leisten , man merkt erst nach 100 km ob die Hosen wirklich dicht sind.