The home of Tobias Nirschl

frontpage arrow Motorrad arrow Probefahrten arrow Probefahrt BMW F 800 GS
Samstag, 31 Juli 2010
Mainmenue
frontpage
about this site
blog
Motorrad
travels
howtos
gallery
guestbook
contact
Language
DeutschEnglish
 
 
new Article
 
 
Statistik
Heute: 1
Gestern: 12
Monat: 324
Gesamt: 9737
Bots heute: 27
Statistik seit: 2008-08-08

PayPal Donation

If you like my work, please donate for more free projects!

 
 
Weblinks
 
 
 

Skype Me

whyflyby1

 
 
   
     
 
 
Probefahrt BMW F 800 GS
Dienstag, 19 August 2008
Sorry, no translation available.
BMW F800 GS Bild 1 Am 01. August hatte ich das "Vergnügen" eine BMW F800 GS probefahren zu dürfen. Da die BMW ja schon so als Nachfolge der beinahe schon legendären HONDA XRV 750 Africa Twin bezeichnet wird, konnte ich mir eine Probefahrt ja nicht entgehen lassen. Nach vielen Basteleien fahre ich meine AT ja sehr gerne weshalb hier die Anforderungen an die BMW sehr hoch sind. 

Als kleiner Hinweis sei noch gesagt: Ich fahre gerne Großenduros zu der ich die BMW bereits zähle. Für mich sind also ausschlaggebend die Reisetauglichkeit als auch die Geländegängikeit der Motorräder die ich fahre.

Jetzt dann mal los mit meinem Bericht, allerdings könnt ihr die Technischen Daten der Homepage von BMW entnehmen und ich mache mir hier nicht die Mühe diese zu wiederholen.

 

Optik

 Die Optik der GS 800 ist typisch BMW. Mit dem von mir gefahrenen gelb-schwarzen Outfit fällt die GS 800 nicht aus dem Rahmen der Modellpolitik von BMW. Sie wirkt beim betrachten sehr bullig und souverän nach Großenduro.Was sofort ins Auge sticht ist der sehr große Endtopf. Warum dieser so riesig ausgefallen ist erschliesst sich mir an dieser Stelle nicht wirklich. Zudem fallen der Gitterrohrrahmen und die schwarzen Felgen auf. Das ganze schreit förmlich nach Gelände. Bei genauerem hinsehen fällt auf der rechten Seite der BMW-untypische Kettenantrieb auf. Zudem ist hinten recht die Tanköffnung zu sehen. Was mir nicht so recht in die Gesamtoptik passt ist die Tatsache, dass die BMW-Designerwohl ab dem Kühler vergessen haben noch eine stimmige Fortführung der Form nach unten hinzubekommen. Man hat einen direkten Blick auf die Krümmer und den Motorblock. Im Geländeeinsatz würde der GS sicherlich ein massiger Motorschutz stehen, der den Motorblock und die Krümmer vor allzu fiesen Steinen schützt. In der Form ist die GS wohl nicht für Schotter zu gebrauchen.

Gut gefällt mir die Sitzbank und die Form des Pseudo-Tanks im Gesamtkonzept. Moderne Formen, nicht so weichgespült wie die neue Transalp, mit einem markanten Auftritt.

Bei genauerer Betrachtung fallen einem aber Sachen auf, die von BMW eigentlich nicht erwartet werden. Im negativen Sinne. (Bei einem Motorrad hart an der fünfstelligen Summe erwarte ich schon ein wenig Liebe zum Detail)

Als erstes fällt einem der Urinbechher als Bremsausgleichsbehälter auf. Liebe BMW-Designer, war einer von euch im Designzeitraum beim Urologen? Das Ding geht ja mal garnicht. Es ist zwar verständlich in Zeiten der Kosteneinsparungen sich nach Alternativen umzusehen, aber das ist doch voll in die Hose gegangen. Zumal das Teil (Ausgleichsbehälter ist ein übertriebenes Wort dafür) während der Fahrt die Bremsflüssigkeit durch die Eigenvibrationen kräftig durchmixt.

Als zweites fallen mir die Spiegel auf. Kurz und eng am Fahrer. Als HONDA-Fahrer sehr gewöhnungsbedürftig. Im Sturzfall werden die auch sehr schnell abfallen. Optisch sind die Spiegel einer Straßenmaschine entliehen.

Weiter geht es mit dem Hauptständer. Aufgebockt habe ich die Maschine darauf nicht. Aber er sieht extrem kratzempfindlich aus und harmoniert nicht wirklich mit der GS. Für ein Originalteil wäre doch sicherlich eine elegantere Lösung machbar.

BMW F800 GS Bild 2Nach dem aufsitzen ist die GS auf einmal nicht mehr so bullig wie der erste Eindruck einen glauben macht. Der Pseudo-Tank ist schmall und geht fliessend in den Schnabel über. Habe ich wirklich eine 800er unter dem Hintern? Das Zündschloss ist ein wenig deplaziert auf dem Pseudotank. Mit Tankrucksack (ja ich weiss der Tank ist hinten) vor einem, wäre der Schlüssel ideal versteckt. Da drängt einem die Frage auf: fahren BMW-Motorrad-Designer selbst Motorrad? Sowas fällt einem doch ziemlich direkt auf. Vor allem für ein Reisemotorrad. 

Die Amaturen des Cockpit sind typisch BMW. Funktionell und sehr aufgeräumt. Drehzahlmesser und Tacho sind bewährte Rundinstrumente und lassen keine Fragen aufkommen. Dann gibt es noch den digitalen Teil. Tankanzeige, Bordcomputer und Ganganzeige (?). (Wozu braucht man sowas? Wissen BMW-Fahrer nicht in welchem Gang sie rumdüsen? Dazu später mehr.) Gewöhnungsbedürftig ist für einen Nicht-BMW-Fahrer der Blinkerteil (linker Blinker - links, rechter Blinker- rechts und Blinker ausschalten rechts) woran man sich jedoch nach 5 Minuten gewöhnt hat.

Sitzposition

 Was mir sehr schnell auffällt ist, dass man als Fahrer einen spitzigeren Kniewinkel als erwartet hat. Auf längeren Strecken wird das sicherlich mit der Zeit unbequem. Auf den von mir gefahrenen Strecke war das in Ordnung. Die Amaturen sind bequem zu erreichen und man sitzt leicht nach vorne gebeugt.Die Sicht nach vorn ist hervorragend. Die Frontscheibe ist komplett durchsichtig und der Schnabel ist leicht nach unten geneigt. Also einwandfreie Fahrbedingungen. Zur Sitzbank kann ich sagen: Sie ist bequem. Eine breite Sitzfläche bietet einem entspanntes Sitzen, allerdings ist die Polsterung dünn und auch etwas kantig geraten. Auf langen Strecken kann das sicherlich für ein schmerzendes Hinterteil sorgen.

Allerdings habe ich nicht das Gefühl auf einer Enduro zu sitzen. Die Haltung ist eher bei einem Straßenmotorrad anzusiedeln als an einer Enduro. Auch bin ich näher am Boden als ich erwartet habe. Kurz: Mir fehlt das Endurofeeling auf dem Bike. 

Fahrbericht

Genug über die Optik und das Sitzen. Wie fährt sich die GS?

Zündschlüssel drehen und..... 2-3 Sekunden warten. Das Moped macht eine Selbstdiagnose. Dann erst kann man den Anlasser betätigen. Ein dumpfes Grollen bestätigt das der Motor angesprungen ist. Welch ein Sound. Wenn der Motor das hält was er verspricht dann wird es ein wilder Ritt. Wink

Gefühlvoll die Kupplung kommen lassen und sogleich wundere ich mich über das große Spiel der Kupplung. Ist ein Vorführer tatsächlich so schlecht eingestellt? Der Schleifpunkt ist dann sehr kurz und schnell zum kuppeln. Sanft am Gas gedreht und schon  kann man weiterschalten. Die Gänge krachen aber kräftig rein. OK, kann sein die Maschinen ist ja noch kalt. Kurz auf die Bundesstrasse um die Maschine warm zu fahren. Der Motor hängt sauber am Gas. Naja, schon beinahe zu sauber, denn die GS ist sehr unruhig. Jede kleinste Bewegung an der Gashand wird vom Motor mit einer Reaktion quittiert. Kolonne fahren ist so unangenehm und sehr nervös.

Jetzt ist die Maschine warm. Gas auf und auf der 4-spurigen mal geschaut wieviel Dampf das Ross hat. Schnell ist die 200 km/h Marke erreicht. Die 85 PS sind echt eine wahre Pracht. Schnelle Beschleunigungen liegen der Maschine gut. Das Fahrwerk ist auf dem Asphalt auch sehr gut. Kurze Unebenheiten werden sauber weggeschluckt. Allerdings krachen die Gänge immer noch laut hörbar.

Doch wie nimmt sich das Motorrad auf der Kurvenhatz. Auf in die Serpentinen der Schwäbischen Alb. Durch den Motor ist das Beschleunigen aus der Kurve ein Traum. Sauber und satt brüllt der Motor aus der Kurve und man kann richtig räubern. Die Bremse macht auch richtig Spass. Sie hat richtig Biss ohne dass man viel Kraft einsetzen muss. Nur ein deutlicherer Druckpunkt würde der Bremse sehr gut stehen. In den Kurven habe ich allerdings das Gefühl, dass ich die GS mit sanfter Gewalt in die Kurve drücken muss. Zwar nicht viel aber man merkt es. Sicherlich auch eine Gewöhnungssache. 

Das Fahrwerk wirkt aber bei der Landstrassenfahrt ein wenig unruhig, bzw. ist das ganze Motorrad unruhig. Das kannte ich weder von meiner Transalp noch von der AT. Selbst eine GSXR1100 war nicht so zittrig. Ob das jetzt vom Motor kommt oder vom Fahrwerk kann ich nicht sagen. Aber es könnte auch an der Leihmaschine liegen.

Nachdem ein kleiner Pass gefahren ist, fahre ich durch den Stadtverkehr wieder zurück. Hier fällt mir wieder das unruhige Gas der Maschine auf. Jede Bodenwelle und jede Bewegung wird mit einem Motorruckler quittiert. Wieder sehr unangenehm.

BMW F800 GS Bild 3Während der Fahrt sitzt man voll im Wind. Der kleine Windschild ist wohl mehr führ die Optik. Allerdings treten keine Verwirbelungen auf die am Helm Geräusche verursachen. Hier punktet die BMW. 

Beim Parken fallt mir die niedrigere Sitzposition wieder auf. Beim Rückwärtsrangieren auf der Maschinen ist das aber nicht einmal negativ

Fazit

 Als würdiger Nachfolger für die Africa Twin kommt die GS 800 nicht in Frage. Optisch sieht die GS sehr nach Enduro aus. Leider kann die Technik nicht mit der Optik mithalten. Viele kleine Details an der GS sind sehr lieblos gestaltet (Stichwort Urinbecher) oder dem Rotstift zum Opfer gefallen, aber für eine Premiummarke für die sich BMW hält und vor allem für den Preis hätte ich mehr erwartet. Auch der Schalthebel der bei vielen Enduros klappbar ist, ist bei der BMW einfach starr ausgelegt. Zündschlüssel auf dem Tank, Motorschutz, Hauptständer, sorry BMW-Designer: Setzen 6! Keine Ahnung wer das Verbrochen hat, aber so beerbt man keine legendäre Maschine.

Die Sitzposition ist näher an einer HONDA CBF600 als an einer Enduro wie der Transalp oder der AT. Auch stellte sich bei mir nicht das Gefühl ein die GS in einen Feldweg treiben zu müssen (die 1000 € SB taten ihr übriges Wink ).

Alles in allem ist die GS optisch ein Leckerbissen (bis auf Kleinigkeiten). Die Leistung und der Sound sind hervorragend. Aber die GS ist eher ein Straßenmotorrad als eine Reiseenduro. Für den Basispreis von 9.640 €  erwarte ich ein wenig mehr als BMW hier leistet.

Schade, ich hätte mich beinahe dazu hinreissen lassen.

Aber der Motor würde eine AT sehr gut stehen. Cool

 Links

BMW Motorrad


Tags:  Motorrad Motorradprobefahrten Probefahrt BMW F 800 GS
 
< Prev
Bannerwerbung
Advertisement

 

© 2010 The home of Tobias Nirschl
powered by Nirschl-Online.NET.