Um dem ganzen Wochenend-Trubel aus dem Weg zu gehen bin ich schon um 8 Uhr unterwegs nach San Francisco. Wie auf der Reise 1987 ist der Morgen zu Beginn kalt und neblig. Pazifikwetter wie es die meiste Zeit des Jahres ist.
Nachdem 4 Dollar für die Fahrt über die Golden Gate gezahlt sind geht es direkt nach San Francisco. Ich fahre durch die Lombard Street und frage mich ob ich hier nicht doch eventuell eine Übernachtungsmöglichkeit gefunden hätte.Das Auto parke ich in der Nähe des Marinemuseums.
Zu Fuß erkunde ich nun die Stadt. Zuerst steht Fisherman's Wharf auf dem Plan. Durch die frühe Uhrzeit sind noch nicht viele Touristen hier. Weiter geht es dann zur Pier 39. EineTouristenmeile mit Shops und Restaurants. Noch schnell einen Blick auf die Seelöwen. Und weiter geht es ein Stückchen zu Fuß in die Stadt. Da alle Sehenswürdigkeiten schlecht zu Fuß erreichbar sind wende ich mich der Cable Car zu. Doch an der Endstation ist die Hölle los. Mindestens 1,5 Stunden anstehen.
Also zurück zum Auto und mit dem Auto weiter in die Stadt hinein.Allerdings wollte ich die Stadt noch vor Abend hinter mir lassen und sobewege ich mich am Cliff House vorbei in Richtung Süden. Am Ocean Beach halte ich nochmals um den Strand zu genießen. Über den Highway No 1 verlasse ich SF dann endgültig. Gerne wäre ich noch länger geblieben, aber meine letzte Etappe wartet auf mich. Den Highway No 1 in Richtung Süden zu befahren.
Ich fahre weiter bis Miramar. Dort lese ich ein Schild an der Strasse "Cedar Inn -Bed & Breakfast". Da es bereits später ist, beschließe ich dort mein Glück zu versuchen. Das Cedar Inn sieht genial aus. Mehrere kleine Appartement direkt am Pazifik. Ich frage nach dem Preis für eine Nacht und verschlucke mich beinahe. 189,00 US$ + Tax. Ein stolzer Preis. Ich lächle und verabschiede mich mit dem Hinweis, dass mir dies wohl doch etwas zu teuer ist. Der Eigentümer meint, da ich der letzte Heute sei und er auch nur ein Zimmer frei hätte würde er mir ein Special machen. 137US$ inklusive Steuer und Abends mit Weinprobe. Da konnte ich dann doch nicht mehr widerstehen. Ich hatte ja schon am Abend zuvor lange nach einer Unterkunft gesucht. Das Cedar Inn kann ich euch ohne Einschränkung empfehlen. Sehr sauber, sehr höfliches Personal und einen Ausblick aus dem Zimmer direkt auf den Pazifik.
Noch ein Spaziergang am Strand und ab in die Falle.
08.08.2005 - Highway No 1
Heute war Langschläfertag. Um 8Uhr ging es zum Frühstück. Danach nochmals kurz an den Strand. Der Pazifik ist auf jeden Fall sehr kalt.
Weiter geht es Richtung Süden. Immer wieder halte ich an schönen Punkten. Ein Leuchtturm fällt mir auf. Als ich dort ankomme bin ich am "Pigeon Point Lighthouse". Hier ist auch eine Jugendherberge untergebracht. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich hier versucht zu übernachten.
Danach geht es weiter zum "Ano Nuevo Statepark". Hier kann man ein Stück durch die Dünen wandern und auch Seelöwen, Seeotter und Seeelefanten beobachten.Den Rückweg machte ich zusammen mit einer Rangerin und wir hatten das Glück eine sehr seltene Schlange zu sehen. Laut Aussage der Rangerin war es eine "San Francisco Rattlesnake".
Weiter auf dem Highway begegnete ich einem Radfahrer der die Strecke von SF nach LA in 2 Tagen fahren wolle, um in LA Freunde zu besuchen. Respektable Leistung, aber bei der Aussicht kann man es nicht verdenken.
Unterwegs machte ich noch einen Abstecher über Santa Cruz. Die Stadt versprüht den typisch kalifornischen Flair. Zudem erlebte ich hier meinen ersten Stau auf amerikanischem Boden.
Endziel des Tages war für mich Monterey, wo ich mich noch auf der Fisherman's Wharf verköstigte und danach bei Bekannten in "Carmel by the Sea" nächtigte.
09.08.2005 - Point Lobos bis Pismo Beach
Nach dem obligatorischen Frühstück fuhr ich direkt zur Missionstation in Carmel, die ich bereits als Kind besucht hatte. Ich konnte mich an diese Kirche noch sehr gut erinnern. Vor allem an den Hof mit den vielen Blumen. In unmittelbarer Nachbarschaft ist die "Clint Eastwood's Mission Ranch".
Danach ging es weiter zum "Point Lobos State Reserve". In diesem State Park gibt es faszinierende Zypressenwälder, die im Zusammenspiel mit dem Nebel interessante Schauspiele bieten. Falls man Glück hat ist es möglich hier Seeotter zu beobachten.
Weiter in Richtung Süden machte ich noch kurz Stopp am "Point Sur Light House" und am "Julia Pfeiffer Burns State Park". Hier kann man nochmals eine tolle Aussicht geniessen. "Morro Rock" ist ein toller Anblick. Alles ist eben und mitten drin erhebt sich dieser Felsen. Wer schon einmal in Gibraltar war wird sich daran erinnert fühlen. Nur eben in klein (Die Amerikaner haben einmal etwas kleineres?!? ) Nachdem ich "Morro Rock" hinter mir gelassen hatte ging es nach "Pismo Beach". Unterwegs bekam ich den Tipp dass es dort möglich sei direkt mit dem 4WD auf den Strand zu fahren und dort zu campen. 10US$ kostet der Eintritt auf den Strand. Und es macht wahnsinnig Spass mit dem Geländewagen auf dem Strand rumzudüsen. Doch der eigentliche Clou sind die Sanddünen hinter dem Strand. Dort kann man mit allem was Räder hat nach Herzenslust herumdüsen.
Nach dem Austoben folgte die Platzsuche. Man musste einen Platz wählen, an dem man nicht von anderen überfahren wird aber auch nicht plötzlich im Wasser sitz. Ich baut mein Zelt bei einer jungen Familie auf, welche mich sogleich zum Barbeque einlud. Es war ein toller Abend mit Hamburger braten, Bier trinken und mit einem speziellen 4WD in den Dünen umhersaussen.
10.08.2005 - Richtung Las Vegas
Der Abflug rückte wieder näher und so ging es wieder in Richtung Las Vegas. Nach dem Zusammenpacken schenkte ich der Familie noch meine überzähligen Lebensmittel, die ich auf dem Weg nicht mehr verbrauchen würde. Als kleines Dankeschön bekam ich von der Tochter 2 Sanddollars geschenkt.
Allerdings wurde mein Aufbruch wieder vom Nebel begleitet. Mein Gedanke war Rückfahrt. 2 Meilen hinter der Küste war jedoch strahlender Sonnenschein und eine wahnsinnige Hitze. Ich fuhr quer durchs Land zurück. 72 Meilen ohne auch nur eine Person zu sehen. Es war toll.
Südlich von Bakersfield fuhr ich auf der Interstate 40 bis Barstow. Vorbei an Mojave und der Edwards Airbase. In Barstow angekommen nahm ich mir ein Motelzimmer im Best Western. Es war mit Abstand die schlechteste Übernachtung des ganzen Urlaub.