Wieder bin ich früh auf den Beinen. Amerikaner sind anscheinend Langschläfer. Am "General Grand Tree" bin ich alleine und kann die riesigen Bäume in aller Ruhe geniessen. Es ist schon interessant wie groß die Bäume hier werden. Bei uns würde sich ein solcher Baum sicher auch gut im Garten machen.
Nach der üblichen Aufstpckung des Eisvorrates in der Kühlbox mache ich mich auf in Richtung Fresno. Die Landschaft wird eintöniger und die Temperatur steigt wieder merkbar an. Die Gegend rund um Fresno ist Anbaugebiet für viele Früchte. So kann man am Strassenrand alle 100m am Stand frische Früchte kaufen. Lecker. In Fresno selbst fahre ich auf den Highway Richtung Norden. Bei der amerikanischen Strassenbeschilderung bin ich mir einfach nicht sicher, aber es passt meistens.
Gegen 14 Uhr komme ich im Yosemitepark an. Mein erster Weg führt zur Rangerstation, prüfen welcher Campingplatz frei ist. Leider ist der Campround ind Tuolumne Meadows bereits voll belegt. Alle anderen Campgrounds die auf meinem Weg liegen sind Walkin. D.h. wer zuerst kommt hat einen Platz. Naja, Risiko ansonsten schlafe ich im Auto.
Von der Rangerstation fahre ich zum "Glacier Point". Wahnsinn wieviele Touristen hier unterwegs sind. Kein Wunder bei einem so tollen Blick auf den "Half Dome" und das"Yosemite Valley". Zumdem ist der längste Fußweg am "Glacier Point" max. 500m lang. (Zum Glück für die meisten Touristen.)
Unterwegs lese ich das Schild vom "Sentinel Dome". Ich halte an, packe meine Wandersachen und mache mich auf den Weg. Mit zunehmender Entfernung nehmen auch die Touristen ab. Es ist auch hier in der großen Höhe ein sehr heißer Tag. Auf dem"Sentinel Dome" angekommen geniesse ich den Ausblick und die angenehme Windbrise. Ein toller Tag für einen Aufstieg.
Beim Abstieg kommen mir eine Horde Japaner in FlipFlops und Stöckelschuhen entgegen. Respekt.
Anschliessend fahre ich die üblichen Punkte im Tal an.Der "Bridalveil Fall" und der "El Capitan" sind meine liebsten Punkte im Tal. Da ich bereits zeitlich spät dran bin, fahre ich nichtmehr komplett ins Tal sondern mache mich auf in Richtung Taioga Pass um einen Platz für die Nacht zu suchen.
Der erste Campground auf meiner Liste war bereits voll. In "White Wolf" standen bereits Autos am Eingang und hofften auf einen Platz. Ebenso war "Yosemite Creek" bereits belegt. So fuhr ich noch bis "Porcupine Flat" wo ich den letzten freien Platz ergattern konnte. Diesen Campingground würde ich allerdings nicht mit Wohnmobilen empfehlen, da die Wege extrem schlecht waren.
Abends am Campfeuer gesellten sich noch meine Zeltnachbarn zu mir und wir hatten einen angenehmen Abend.
02.08.2005 - Geisterstädte und mehr
Wenn mir jemand erzählt hätte, dass es im Hochsommer morgens so kalt sein kann, dann hätte ich denjenigen für verrückt erklärt. Um 5.30h morgens war es beinahe 5° Celsius kalt.
Nach dem Frühstück erhielt ich von meinen Zeltnachbarn noch den Tipp eine Wanderung an den "May Lake" zu machen. Ich folgte dem Tipp und machte mich auf den Weg. Nach 6 Meilen merkte ich jedoch, dass ich unterwegs eine falsche Abzweigung genommen hatte. Also das ganze zurück. Schön war es trotzdem.
Danach ging es über den "Tioga Pass" an den"Mono Lake". Dort gibt es großartige Tuffstein-Formationen. Ich war jedoch entsetzt wie weit das Wasser im See zurück gegangen ist. Lohnend ist es aber doch.
Anschließend fuhr ich zum Geisterstädtchen "Bodie". Dies ist eine alte Minenstadt, die Anfang der 1930iger verlassen wurde.Heute ist die Stadt ein State Park und man kann noch ca. 170 Gebäude anschauen. Schön ist, dass man in der Stadt umher laufen kann ohne auf einen Führer angewiesen zu sein. Die Anfahrt nach Bodie führt über eine Schotterpiste.
Von Bodie aus führte mein Weg über den Monitorpass nach Sacramento, wo ich Bekannte von meiner Familie traf. Den Abend konnte ich also mit Bier, Burgern und Pool verbringen.
03.08.2005 - Erholung
Für diesen Tag war sozusagen Erholung angesagt. Gemütliches Frühstück im Kreise von Freunden. Anschliessend packten wir ein Speedboot aus und fuhren für den Morgen an den "Folsom Lake" um mit Wasserskier,Kneeboard und Bananenboot unseren Spass zu haben. Das Witzige am See ist das Toilettenhäuschen. Mitten auf dem See ist ein Floß auf welchem eine Art Dixieklo installiert ist.
Mittags packten wir alles Sachen zusammen und fuhren nach "Bucks Lake". Ein kleiner See in den Bergen wo ein Ferienhaus auf uns wartete. Um 20 Uhr kamen wir dort an und es begann direkt ein Barbeque.
Witzig war, das alle Singles zum übernachten in einem Raum untergebracht waren.Insgesamt bevölkern ca. 25 Leute das Ferienhaus.
Wie lange ich hier bleibe steht allerdings noch nicht fest.
04.08.2005 - Fun
Der heutige Tag gehört der Spaßgesellschaft. Der Frühsport bestand aus einem gepflegten Match Paintball in den Wäldern am See. Mittags gab es dann Sandwiches und anschließend wurde das Speedboot wieder ausgepackt oder am Strand relaxt.
Vor dem Abendessen wurden meine Fahrfertigkeiten mit dem Motorrad auf die Probe gestellt. Mit den Crossmotorrädern wurde ein Berggipfel in der Nähe bestiegen. Und zwar quer durch den Wald. Bei uns undenkbar.
05.08.2005 - Weiter in Richtung Woodland
Zu aller erst ging es heute um 6.00h zum fischen. Ich habe zwar nichts gefangen, aber Spass gemacht hat es trotzdem. Danach war wieder großes Frühstück angesagt und um 11 Uhr brach ich auf in Richtung Woodland um dort weitere Bekannte zu besuchen.
Die Fahrt ging wieder vorbei an viel Weideland und Ackerfläche. Hier wird alles bewässert und durch das warme Klima wachsen die Pflanzen hervorragend. Um 14 Uhr kam ich in Woodland an und machte sogleich eine Stadtrundfahrt durch Woodland. Eine schöne kleine Ortschaft.
Einer unserer Bekannte ist ein begeisterter "Künstler" der das Arbeiten mit Metall liebt. Es war beeindruckend was er so alles aus Altmetall herstellen kann.
06.08.2005 - vom Napa Valley zum Highway No 1
Unsere Bekannte versorgte mich nach dem Frühstück mit allem was man zum Überleben der nächsten Tage brauchte.
Allerdings wollte ich mir heute Napa Valley anschauen um dann bis San Francisco hinunter zu fahren. Im Napa Valley sind sämtliche berühmten kalifornischen Winzereien beheimatet. So besuchte ich Mondavi, Mumm und einige andere Winzereien. Leider musste ich den Versuchungen widerstehen, da ich ja keinen weiteren Fahrer dabei hatte.
Via Petaluma ging es dann an den Pazifik. Von dort aus fuhr ich den Highway Richtung Süden um mir in SF ein Zimmer zu suchen. Leider war an diesem Wochenende eine Regatta in der Stadt, so dass alles ausgebucht war. Ich musste bis Petaluma zurück um schliesslich im Sheraton ein Zimmer zu bekommen.